Monthly Archives: April 2010

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Mögliche Manifeste (1): Für eine autofreie Stadt!

Wir werden überrollt von einer Lawine aus Blech! Fahrende Autos zerstören mit Lärm und Gestank unsere Lebensqualität! Parkende Autos verwandeln unsere Straßen in Hindernisparcours mit dem Charme von Schrottplätzen! Wir lassen es uns bieten, dass die übel aussehenden und schlecht riechenden Blechkisten überall die Schönheit, die Zugänglichkeit, die Sicherheit und die Menschlichkeit unserer Städte zerstören!

Deshalb fordern wir: Raus aus den Städten mit den Autos! Am Beispiel Münchens: Innerhalb des Mitteleren Rings absolutes Verbot für Autos; Lieferungen sind für gewerbliche Zwecke und nach Sondergenehmigung bis 10 Uhr morgens möglich. Außerhalb des Mittleren Rings werden auf Freiflächen große Parkhäuser gebaut, in denen diejenigen Münchner, die unbedingt meinen, ein Auto besitzen zu müssen, ihre Fahrzeuge gegen eine so hohe Gebühr abstellen können, dass sich nicht nur der Bau der Parkhäuser binnen weniger Jahre amortisiert, sondern zusätzliches Geld für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt eingetrieben wird.

Nieder mit dem Blech! Es lebe der Fußgänger!

Die Tür geht auf!

Anfang des Jahres hat Union Investment eine geschlossene Türe auf die grüne union_zweiWiese gestellt (vgl. den Webworte-Beitrag von 25.1.2010). Seit ein paar Wochen steht diese Tür nun offen. Davor steht en junges Paar und kann genau sehen, dass hinter der Türe tatsächlich nichts anderes ist, als davor: Gras, Bäume, Himmel. Wenn sie schon nicht in der Lage waren, einfach um die Tür herumzugehen, warum merken sie dann nicht wenigstens jetzt, dass das Versprechen von Union Investment ein leeres ist: Wenn man der Einladung des Unternehmens folgt, geschieht – nichts! Hält Union Investment seine Kunden tatsächlich für so beschränkt, dass sie trotz dieses leeren Versprechens die Fonds des Unternehmens kauft? Oder hat da mal wieder keiner nachgedacht bei der Konzeption der Werbung?

Mythen der Macher (2): Etwas bewegen

Werden Führungskräfte befragt, was ihnen in Ihrem Job besonders wichtig ist, rangiert eine Antwort meist ganz oben: Etwas bewegen können. Gemeint ist damit: Etwas ändern können, Entscheidungen treffen können, die zu Veränderungen führen. Interessant dabei ist, dass mit dieser Antwort die pure Aktion fokussiert wird, nicht der Inhalt der Aktion. Wahrscheinlich wird deshalb in Unternehmen so viel verändert und umorganisiert, ohne dass dadurch etwas anderes als Veränderung entsteht – meistens zumindest keine Verbesserungen. Wer das nicht glaubt, sollte Mitarbeiter großer Unternehmen und solche Führungskräfte, die selbst gerade nicht bewegt haben, sondern bewegt wurden, über ihre Einschätzung der letzten Umorganisationen befragen. Das Ziel, immer und überall “etwas bewegen” zu wollen, wertet die pure Veränderung als positiv – und so werden auch funktionierende Systeme so lange bewegt, bis nichts mehr klappt und man um eine weitere Umorganisation nicht mehr herumkommt. Vielleicht sollten Unternehmen einmal damit experimentieren, nicht diejenigen Führungskräfte zu belohnen, die möglichst viel Wind machen, sondern diejenigen, die erst einmal schauen, zuhören, warten – und dann nur das verändern, was nicht funktioniert.